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Dieser Lehr- und Lernpfad befindet sich auf der Landesgartenschau in Ingolstadt, die 2021 eröffnen wird.

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Der Entwicklungsprozess

Endlich ist Samstag. Lisa freut sich schon seit Tagen auf den Ausflug mit ihrem Opa. Gleich holt er sie ab und sie fahren gemeinsam nach Futuria. In der Zeitung haben beide von dieser nachhaltigen Stadt gelesen und wurden neugierig. Futuria ist eine Stadt, in der die Bewohner jetzt schon nachhaltig leben. Sie stellt für viele andere Städte und Gemeinden ein Vorbild dar.

Huup Huup – Opa Thomas fährt mit dem Auto vor. Und schon springt Lisa zu ihm ins Auto. Es kann losgehen, sagt sie.

Der Nachhaltigkeitsparcours begleitet euch durch die Stadt Futuria 

In Futuria angekommen, müssen sie erstmal das Auto abstellen und mit dem Bus weiter. Viele Menschen in Futuria bewegen sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß fort. Das gefällt Lisa, denn sie ist gerne an der frischen Luft.
Futuria ist eine Stadt, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit folgt. Das bedeutet:
Alles was in Futuria gebaut oder eröffnet wird, soll gut für die Umwelt sein, die Lebensqualität erhöhen sowie das Miteinander und den Zusammenhalt der Menschen stärken.
Die Einwohner von Futuria leben ebenfalls so gut es geht nachhaltig. So fahren sie zum Beispiel innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad und helfen sich gegenseitig bei allen möglichen Reparaturen. In Futuria zu leben hat viele Vorteile. Bei Sorgen und Problemen bekommt man schnell Hilfe, die Luft ist besser, auf den Wiesen summt es und die vegetarische Bolognese schmeckt richtig gut. Der Lebensstil der Futurianer schont die Umwelt und sorgt dafür, dass jeder die gleichen Chancen bekommt. Diese Vorteile machen die Bewohner von Futuria sehr glücklich. Und auch die zukünftigen Futurianer werden von der nachhaltigen Lebensweise profitieren.

Lisa entdeckt in Futuria Solaranlagen und Gemeinschaftshäuser. Opa Thomas lernt vieles zum Thema Wasserverbrauch sowohl in der Nahrungsmittel- als auch bei der Textilherstellung. Auch bei diesem Thema kommt Lisa ins Grübeln. Warum kauft sie sich denn so viele neue Klamotten, wenn diese bei der Herstellung doch so viel Wasser verbrauchen? Am Nachmittag genießen die beiden eine Tasse heiße Schokolade, natürlich aus fairem Handel. Sie tauschen sich über das Gelernte aus und bewerten ihren eigenen Alltag, um herauszufinden wo sie selbst noch nachhaltiger handeln müssen. Am Ende des Tages kann Lisa viele hilfreiche Tipps für ihren eigenen nachhaltigen Alltag in ihren roten Rucksack packen und mit nach Hause nehmen.

Die Idee zum Nachhaltigkeitsparcours

Durch die Initiative von Prof. Reinhard Büchl und dem Institut für angewandte Nachhaltigkeit (inas) in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Ingolstadt und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist die Idee zu einem neuen Lern- und Lehrpfad zum Thema Nachhaltigkeit entstanden. Der Gedanke war, das komplexe Thema der nachhaltigen Entwicklung erfahrbar zu machen – und zwar für Kinder und Erwachsene.

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird immer häufiger in den Medien verwendet. Doch viele können mit dem Begriff noch nicht sehr viel anfangen oder glauben, das ist etwas, was sie nicht betrifft. Andere wissen zwar, dass es um Umwelt- und Klimaschutz geht, doch vergessen, dass für eine nachhaltige Entwicklung auch wirtschaftliche und soziale Themen betrachtet werden müssen. Aus diesen Gründen wollten die Initiatoren einen Ort schaffen, an dem die Besucher mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahren.
So entstand die Idee zu diesem Nachhaltigkeitsparcours. Er vermittelt auf spielerische Art praxis- und alltagsnahes Wissen zum Thema Nachhaltigkeit. Und die Landesgartenschau Ingolstadt 2020 schien der perfekte Anlass zu sein, diese Idee umzusetzen.

Die Umsetzung der Idee

Das inas nahm sich also vor, diese Idee umzusetzen. Jedoch nicht alleine. Es brauchte Partner und Unterstützer. Es bildete sich ein Team, das von nun an der Konzeption, Planung und Umsetzung arbeiten sollte:

  • Die Professur für Didaktik der Geographie von Prof. Ingrid Hemmer der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt nahm sich der inhaltlichen Konzeption an. So gestalteten Studierende der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Wintersemester 2018/19 eine außerschulische Lernumgebung. Zusammen mit dem inas als Projektleitung wurden diese Inhalte weiterentwickelt.
  • Zusammen mit der Professur für Mensch-Maschine-Interface Design der Technischen Hochschule Ingolstadt wurden die Tafeln designt und Grafiken erstellt.
  • Das Feedback von Kindern, Lehrer und weiteren Unbeteiligten wurde stetig in den Entwicklungsprozess der Texte und Grafiken eingearbeitet.
  • 20 Familienunternehmen aus Ingolstadt packten gemeinsam an! Durch die finanzielle Unterstützung der Initiative konnte die Umsetzung des Parcours erst verwirklicht werden. Sie setzen sich für einen dauerhaften Beitrag für die Region 10 ein.

Die Konzeption

 

 

„Erzähle mir und ich vergesse, zeige mir und ich erinnere, lass es mich tun und ich verstehe.“

van der Gieth

An 11 Stationen werden Besucher zu alltäglichen Nachhaltigkeitsthemen informiert und zum Mitmachen motiviert. So geben die Parcoursstationen Tipps zu den Themen Mobilität, Ernährung, Abfallvermeidung, Konsum und vielen weiteren Bereichen des Alltags. Unter dem Motto „Nachhaltig handeln kann so einfach sein!“ wirst du von zwei Charakteren spielerisch durch den Parcours geführt.

Die grafische Umsetzung der Tafeln wurde innerhalb der Bachelorarbeit von Linus Appel, UXD-Student der THI, erarbeitet. Grafiken, die sich hier auf der Webseite wiederfinden, sind Extrakte seiner Arbeit. Zusätzlich wurden Grafiken teilweise von der Agentur HEINRICH KOMMUNIKATION überarbeitet.

Der Lehrpfad sollte nicht nur Inhalte zum Durchlesen und Abnicken liefern, sondern den Besucher selbst zum Nachdenken anregen. Dies wird hier durch kleine Rätsel und Vergleiche realisiert. Diese Pfade sind sogenannte Lernpfade und zielen auf eine handlungsorientierte Wissensvermittlung ab.
Der Informationsträger als klassischer Wissensvermittler wird oft mit komplexen Inhalten überladen und dafür kritisiert. Der Nachhaltigkeitsparcours soll dies durch den Einsatz unterschiedlicher Medien vermeiden:

Interaktive Elemente

Klapptafeln und Blockspiel ermöglichen Rätsel.

Eyecatcher-Elemente

Besondere Grafiken wecken die Neugierde und fokussieren den Blick.

Tafelaufbau

Linker Tafelbereich

Hier begleitest du Lisa und Opa auf ihrem Ausflug durch Futuria. Gemeinsam macht ihr an verschiedenen Stationen des Alltags Halt.

Mittlerer Bereich

Hier lernst du interessante Fakten zur Nachhaltigkeit kennen. Du kannst nachhaltige Herausforderungen erst lösen, wenn du sie verstanden hast.

Rechter Tafelbereich

Aufgepasst!
Hier sammelst du Tipps für deinen eigenen nachhaltigen Alltag.

Die Zielgruppenanalyse für den Lern- und Lehrpfad

LANDESGARTENSCHAU INGOLSTADT 2020

Für das Jahr 2020 wurde die Gartenschau abgesagt. Sie findet nun vom 23. April bis 3. Oktober 2021 statt. Bis dahin kannst du den Parcours hier schon einmal online entdecken. Aktuelle Infos zur Eröffnung gibt es hier.

Was passiert nach der Landesgartenschau mit dem Parcours?

Der Parcours wird nach der Gartenschau ein fester Bestandteil der Dauerparkanlage. Dann könnt ihr Futuria so oft besuchen, wie ihr möchtet.

Parcourstafeln zum Durchklicken

(Hinweis: Die Lerntafeln enthalten Klappelemente. Daher findest du beim Durchsliden eine geschlossene und eine aufgeklappte Version der Tafel.)

Aufbau des Lehrpfades auf dem Gelände der Landesgartenschau Ingolstadt

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir friedlich miteinander leben, gerecht wirtschaften und die Umwelt schonen sollen. Die soziale, ökologische und ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit werden alle in gleicher Weise berücksichtigt und sollen sich nicht negativ beeinflussen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die wir auf der Parcourstafel sehen, helfen uns auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung. Sieh dir dazu auch mal das Video der Entwicklungsorganisation von Brot für die Welt an!

Wusstest du, dass es das Konzept der Nachhaltigkeit schon sehr lange gibt?

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ taucht in den Medien immer häufiger auf. Auch Politiker verwenden ihn in deren Reden. Man könnte meinen es ist ein neuer Begriff. Doch er ist schon sehr alt und beschreibt ein Prinzip, nach dem die Menschen leben oder Unternehmen arbeiten sollten. Woher kommt der Begriff: Vor mehr als 300 Jahre bemerkte Hans Carl von Carlowitz die stetig steigende Nachfrage nach Holz und die daraus folgende steigende Abholzung von Wäldern. Teilweise verschwanden ganze Wälder, weil in Deutschland so viel Holz als Brennstoff verwendet wurde. Er machte sich Gedanken, wie diese Probleme gelöst werden können und kam zu folgender Lösung: man solle nur so viele Bäume fällen, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen können. Bis heute ist das Prinzip von Carlowitz der Grundstein der Forstwirtschaft in Deutschland.

Quellen der Parcourstafel

  • Wandel vernetzt denken (2018/2019): Was bedeutet Nachhaltigkeit?, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • Engagement Global GmbH (2019): Design Toolbox, Online: hier, Abruf am: 24.02.2020.

Welche Verkehrsmittel benutzt du?

Auf der Parcourstafel haben wir gelernt, dass Verkehr für Treibhausgase, aber auch für Lärm und Schmutz verantwortlich ist. Zusätzlich zu den auf der Lehrpfadtafel erwähnten Auswirkungen des Verkehrs kann hinzugefügt werden, dass ein Drittel aller Mikroplastik-Emissionen in Deutschland durch den Abrieb von Autoreifen entstehen. Diese Entstehungsquelle des Mikroplastiks wird oft vergessen.

Konntest du beim Quiz auf der Parcourstafel den Wolken die richtigen Verkehrsmittel zuordnen?

Weitere Verkehrsmittel und die dazugehörigen Treibhausgaswerte findest du in der Quellenangabe des Umweltbundesamtes.

Die Stadt für Morgen

Wie stellst du dir die Stadt der Zukunft vor? Und wie gestaltet sich dort die Mobilität?
Das Umwelbundesamt hat einige Punkte ausgearbeitet, wie eine solche Stadt aussehen könnte. Thomas und Lisa finden diese in Futuria wieder:

  • In Futuria benötigen sie gar kein Auto, da alle wichtigen Stationen des Alltags zu Fuß zu erreichen sind.
  • Der Stadtverkehr erfolgt schadstofffrei und treibhausgasneutral. Das merken die beiden an der guten Luft.
  • Die Wege für Fußgänger und Fahrradfahrer sind in Futuria viel sicherer.
  • Für lange Strecken haben die beiden die Möglichkeit, sich ein Fahrrad oder ein Auto auszuleihen oder mit dem Bus zu fahren.
  • Sie entdecken viele Grünflächen zum Erholen. Diese Fläche konnte geschaffen werden, da in Futuria weniger Parkplätze für Autos benötigt werden.

Weitere Ideen und Bilder findest du auf der Webseite des Umweltbundesamtes, klicke einfach hier.

Quellen der Parcourstafel

  • Umweltbundesamt (2019): Umweltbelastung durch Verkehr, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • Umweltbundesamt (01/2020): Vergleich der durchschnittlichen Emissionen einzelner Verkehrsmittel im Personenverkehr in Deutschland – Bezugsjahr 2018, Online: hier, Abruf am: 20.01.2020.
  • Asdecker (2020): „Statistiken Retouren Deutschland – Definition“, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2018): Klimaneutral leben: Die CO2-Bilanz im Blick, Online: hier, Abruf am: 24.02.2020.

Woher kommt unser Strom?

Lisa und Thomas entdecken in Futuria viele blau-glitzernde Solaranlagen auf den Dächern der Häuser und hohe Windräder. Zudem spazieren die beiden an einem Wasserkraftwerk vorbei. Neben diesen Quellen der erneuerbaren Energien, lernt Lisa, dass sogar ihr Apfelbutzn eine nachhaltige Quelle für Strom sein kann.

Energiewende regionalisieren

Wir, das Cluster Nachhaltige Entwicklung, werfen einen Blick auf die Energiewende und dessen Änderungsdynamik für die Region Ingolstadt und die Landkreise Eichstätt, Pfaffenhofen a. d. Ilm und Neuburg-Schrobenhausen. Mit einem digitalen Energiewendemodell und unterschiedlichen Transferkonzepten möchten wir den Akteuren/-innen aus Wirtschaft und Politik und der Zivilbevölkerung die Möglichkeit geben, die Energiewende mitzugestalten. Ziel ist es, dass sie sich ihre Meinung zur Umsetzung der Energiewende in ihrer Region 10 selbst bilden können. Dabei werden die Potentiale der einzelnen Erneuerbaren Energien in der Region analysiert und die Einflussgrößen sowie Wechselwirkungen auf jene ermittelt. Darüber hinaus wird die Transformation des Energiesystems und der damit verbundenen Veränderungen visualisiert, um so das Verständnis dazu bei den Anwendergruppen zu stärken. Dazu wird ein Energiewendemodell entwickelt, das die Modellierung unterschiedlicher Energiewendeszenarien in einer Energie- und Leistungsbilanz sowie die Analyse von Potenzialen, Bedarfen und Effizienzentwicklungen der Erneuerbaren Erzeugung und des Energieverbrauchs in der Region ermöglicht.

Quellen der Parcourstafel

  • Bundeministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2017): Klimawandel – Arbeitsheft für Schülerinnen und Schüler, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2019): Ozean und Kryosphäre im Klimawandel, Online: hier,Abruf am: 24.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2019): Erneuerbare Energien in Zahlen, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.

Wie viel Wasser versteckst du?

Wasser ist kostbar. Wenn Lisa Wasser benötigt, dreht sie einfach den Wasserhahn auf und schon sprudelt sauberes Trinkwasser heraus. Doch da es durch den Klimawandel auch bei uns immer heißer und trockener wird, müssen wir etwas sparsamer mit unserem Wasser umgehen. Auf der Parcourstafel hast du gelernt, dass hinter jedem Produkt ein Wasserfußabdruck steht. Dieser gibt an, wie viele Liter Wasser bei der Produktherstellung verbraucht wurden. Virtuelle Wassermengen können in drei Kategorien unterteilt werden:

Grünes Wasser

Die Menge an Regenwasser, die im Boden gespeichert ist und die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen.

Blaues

Das Wasser, welches der Industrie und den Haushalten zur Verfügung steht. Es wird dem Oberflächengewässer entnommen. Dazu gehören Seen, Flüsse, Bäche oder dem Grundwässer. In der Landwirtschaft wird blaues Wasser zur Bewässerung verwendet.

Graues Wasser

Menge an Wasser, welches durch den Produktionsprozess verschmutzt wurde und welches anschließend nicht mehr genutzt werden kann.

Welche Zutaten einer Pizza Margarita verbrauchen bei der Herstellung am meisten Wasser?

Auf der Parcourstafel konntest du den virtuellen Wasserverbrauch einer Pizza Margarita erraten. Diesen Verbrauch können wir kategorisieren: 76 % grünes Wasser, 14% blaues Wasser, 10% graues Wasser. Nun kannst du schätzen, welche Zutat der Pizza am meisten Wasser bei der Herstellung benötigt! Drehe die Pizza und erfahre so die Lösung.
Anmerkung: Der Wasserverbrauch bei der Pizzaherstellung variiert von Land zu Land.

Wasserverbrauch der einzelnen Zutaten:

  • Mozzarella 50%
  • Weizenmehl 44%
  • Tomatenpüree 6%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen der Parcourstafel

  • Deutsche UNESCO Kommission e.V. (2019): UN-Weltwasserbericht 2019, Online: hier, Abruf am: 18.02.2020.
  • Umweltbundesamt (2018): Was ist der Wasserfußabdruck, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Femnet (2020): Textile Kette; Online: hier, Abruf am: 07.01.2020.
  • Piegsa, Edith (2010): Green Fashion: Ökologische Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag GmbH.
  • Water Footprint Network: Product Gallery, Online:hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Herstellung von Baumwollkleidung hat einen Wasserverbrauch von 11000 l/kg, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020).

Wie gut ist dein Essen für die Umwelt?

Eine nachhaltige Ernährung schließt Produkte aus ökologischer Landwirtschaft ein. Oft sprechen wir dann von biologisch hergestellten Produkten, die Tiere und Umwelt schonen. Diese Art der Landwirtschaft unterstützt auch den Erhalt der Artenvielfalt. Das ist wichtig, denn in der konventionellen Landwirtschaft sterben viele Insekten durch den Einsatz von Pestiziden oder durch zu wenig Lebensraum. Jedoch sind die Honig- und Wildbienen bedeutender Teil unserer „Nahrungslieferkette“. Die Honigbiene bestäubt etwa 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. Ohne die Pflanzenbestäubung der Bienen würde unser Teller also leer bleiben.

Dein Einkaufszettl ist dein Stimmzettel

Lebensmittel benötigen bei der Herstellung landwirtschaftliche Fläche, Wasser und vieles mehr. Zusätzlich steckt hinter deinem Lieblingsessen oft eine lange Lieferkette und Transportwege. Viele Faktoren beeinflussen also die Nachhaltigkeit deines Einkaufskorbes.
In deinem Einkaufskorb landen nicht nur Lebensmittel. Wir müssen uns bei jedem Produkt, welches wir konsumieren, Gedanken über Herkunft und Herstellung machen. Die Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster wird auch von den globalen Nachhaltigkeitszielen gefordert. Nachhaltiger Konsum und Produktion bewirken einander. Als Endkonsument können wir die Wertschöpfungskette all unserer Produkte beeinflussen. Du hast dich über die Lieferkette hinter deinem Produkt informiert und weißt jetzt mehr? Dann sag es doch weiter und teile dein Wissen.

Weißt du, wie viel landwirtschaftliche Nutzfläche und wie viel Liter Wasser 1kg dieser Lebensmittel bei der Erzegung benötigen?

Flächen- und Wasserverbrauch bei der Nahrungsmittelherstellung

Jedes Nahrungsmittel, egal ob pflanzlich oder tierisch, benötigt bei der Herstellung Fläche. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Reis verbrauchen Fläche zum Wachsen. Tiere benötigen Fläche zum Leben und das Futter für die Tiere muss auch irgendwo angebaut werden. Häufig ist das Soja und Mais. Da durch unseren Konsum auch der Flächenverbrauch zunimmt, werden teilweise große Flächen wie der tropische Regenwald abgeholzt um dort beispielsweise Rinder weiden zu lassen oder Futter für die Tierhaltung anzubauen.
Pflanzen müssen bewässert werden damit sie wachsen. Obst und Gemüse wird nach der Ernte gereinigt, verarbeitet, gekühlt und transportiert. Überall wird Wasser verbraucht. Für die Fütterung, die Schlachtung und Verarbeitung von Tierprodukten wird ebenfalls viel Wasser benötigt.

Quellen der Parcourstafel

  • World Food Programme (2019): Hunger & Konflikt, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2019): Wider die Verschwendung, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • WWF Deutschland (2014): Schwere Kost für Mutter Erde, S. 20-21, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Water Footprint Network (2018): Product Gallery, Online: hier, Abruf am: 25.02.2020.

Wie vermeidest du Abfall?

Die Menge an Verpackungsmüll, die du etwa im Jahr erzeugst, wiegt so viel wie ein ganzer Rothirsch!

Wusstest Du, dass es ein Gesetz für den Umgang mit Müll gibt?

Ressourcen sollen geschont werden und negative Folgen für die Umwelt und die Menschen sollen vermieden werden. Das ist das Ziel des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Darin festgehalten ist auch die sogenannte Abfallhierarchie. Zudem ist die  Produktverantwortung ein zentrales Prinzip des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Nach §23 müssen Unternehmen bei der Herstellung darauf achten, dass ihr Produkt bei der Produktion und bei der Verwendung wenig Müll verursacht. Zudem muss die Verwertung und Beseitigung umweltverträglich erfolgen.

Abfallhierarchie

Am besten wäre es natürlich, wenn wir gar keinen Müll verursachen.

Wenn du Müll nicht vermeiden kannst, dann versuche die Dinge wiederzuverwenden. Kaufe zum Beispiel secondhand ein oder verwende einen Mehrwegbecher.

Wenn sich dein Abfall nicht vermeiden oder wiederwenden lässt, muss er verwertet werden. Ein typisches Beispiel dafür ist Altpapier. Auch in der Textilbranche werden Recyclingmaterialien eingesetzt. So kann beispielsweise aus alten Plastikflaschen eine Fleecejacke entstehen.

Bei der Verbrennung von Müll kann Wärme und Strom erzeugt werden.

Müll, den wir nicht vermeiden, nicht wiederverwenden, nicht recyceln und nicht energetisch verwenden können, kann auf Mülldeponien gelagert werden. Alle Schritte davor sind dem natürlich vorzuziehen.

Und was wäre, wenn man zukünftiges Abfallaufkommen schon beim Produktdesgin berücksichtigt?

Cradle to Cradle (Von der Wiege zur Wiege) steht für ein Kreislaufsystem, das bereits beim Design von Produkten beginnt und nicht erst bei der Frage, was passiert, wenn ein Gegenstand nicht mehr benötigt wird. Für jedes Produkt wird ein Nutzungsszenario entworfen. Darauf basierend werden geeignete und für Mensch und Umwelt gesunde Materialien für die Produktion verwendet. Bei Verbrauchsprodukten (Reifen oder T-Shirt) muss jeglicher Verbrauch oder Abrieb biologisch abbaubar sein, um in der Biosphäre zu zirkulieren. Gebrauchsprodukte (Waschmaschinen oder Industrieanlagen) aus begrenzt zur Verfügung stehenden Rohstoffen müssen ohne Qualitätsverlust recyclebar sein. Sie zirkulieren kontinuierlich in der Technosphäre. So wird der Abbau weiterer Ressourcen perspektivisch überflüssig, es gibt keinen Müll mehr und jedes Material wird so verwendet, dass es nicht schadet.

Biologischer und Technischer Kreislauf, Cradle to Cradle NGO

Quellen der Parcourstafel

  • Heinrich-Böll-Stiftung und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (2019): Plastikatlas 2019, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2018): Verpackungsverbrauch in Deutschland weiterhin sehr hoch, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • net (2017): Der Rothirsch, Online: hier, Abruf am: 24.01.2020.
  • National Geographic (2018): Fast jeder Meeresvogel der Welt frisst Plastik, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Fond of GmbH (2020): Material, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2019): Altpapier, Online: hier, Abruf am: 27.01.2020.
  • Umweltbundesamt (2019): Glas und Altglas, Online: hier, Abruf am: 25.02.2020.

Was bedeutet Gemeinschaft?

Im Parcours hast du gelernt, dass wir wieder mehr miteinander leben sollen und nicht nur nebeneinander. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen nennen weitere wichtige Themen der sozialen Nachhaltigkeit. Hunger und Armut sollen weltweit bekämpft werden. Ungleichheiten zwischen Ländern sollen gelöst werden. Gesundheit und Wohlergehen und ein Recht auf Bildung für alle leisten einen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Ziel der Nachhaltigkeitsagenda ist auch die Erreichung einer inklusiven Gesellschaft. Dies kann beispielsweise geschehen, wenn Frauen und Mädchen gleichberechtigt behandelt werden. Weltweit werden Frauen und Mädchen teilweise noch ihren Grundrechten beraubt. Dazu spricht sich das SDG 5 auch für die Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung aller Mädchen und Frauen aus. Das SDG 10 setzt sich für die Bekämpfung von Ungleichheiten in und zwischen Ländern ein. Dabei ist es wichtig, alle Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, Rasse, Ethnizität, Herkunft, Religion oder wirtschaftlichem Status zur Selbstbestimmung zu befähigen und ihre soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion zu fördern.

Was bedeutet fairer Handel?

Preiszusammensetzung eines T-Shirts, Quelle FEMNET e.V.

Bei fairem Handel denken wir oft an Kakao- und Kaffeebohnen. Doch das ist nur ein kleiner Auszug aus der fairen Produktpalette. Beim Kleiderkauf können wir gezielt auf das Angebot fairer Textilien achten. Der Anbau von fairer Bio-Baumwolle und die sozial gerechte Herstellung deines neuen Lieblings-Shirts spielen dabei eine Rolle. Warum du dich auch für eine gerechte Bezahlung der Näher*innen einsetzten solltest, zeigt dir die Abbildung zur Preiszusammensetzung eines T-Shirts. Wenn das Shirt 29€ im Laden kostet, bedeutet das, dass die Näher*in nur 18 Cent daran verdienen würde – das ist ungerecht!

Auf der Parcourstafel konntest Du Siegel für den fairen Handel entdecken. Die Standards, die erfüllt werden müssen, um Produkte mit diesem Siegel kennzeichnen zu dürfen, kennst Du auch schon.

Stammen immer alle Zutaten eines fairen Produktes aus fairem Handel?

Jetzt wird es interessant. Was ist mit Produkten, wie Keksen, die aus mehr als einer Zutat bestehen, also Mischprodukte sind? Die Organisation Fairtrade arbeitet nach dem Prinzip „Alles-was-geht.“ Das bedeutet, Monoprodukte, wie Kakao und Kaffee müssen zu 100% aus fairem Handel stammen. Alle Zutaten, die fair gehandelt zur Verfügung stehen, müssen so in das Fairtrade-Produkt. Bei Keksen beispielsweise kommen jedoch noch Milchprodukte hinzu, die teilweise nicht Fairtrade-zertifiziert verfügbar sind. Dann gilt: Der Anteil der fair gehandelten Zutaten im Endprodukt darf 20 Prozent nicht unterschreiten.

Quellen der Parcourstafel

  • Forum Fairer Handel e.V. (2019): Datenblatt fairer Handel, Online: hier, Abruf am: 25.02.2020.
  • TransFair e.V.: FAIRTRADE-STANDARDS, Online: hier, Abruf am: 25.02.2020.
  • World Fair Trade Organization: 10 Principles of Fair Trade, Online: hier, Abruf am: 25.02.2020.

Jetzt bist du dran

Am Ende kommt es auf dein Handeln an.

Schon kleine Veränderungen in deinem alltäglichen Verhalten können positive nachhaltige Auswirkungen haben. Auf den Parcourstafeln hast du nun schon viele Tipps entdecken können.

Damit es dir beim Weltretten nicht langweilig wird, folgen hier noch ein paar Handlungsempfehlungen für deinen Alltag.
Wir haben diese den 17 Nachhaltigkeitszielen zugeordnet. Diese konntest du auf einer der ersten Tafeln schon kennenlernen. Kannst du dich noch an ein paar Ziele erinnern?

Wir haben weitere Tipps für deinen Alltag von den SDGs abgeleitet:

Denke nicht nur an dich. Kaufe auch mal Lebensmittel oder Spielsachen für Bedürftige. Diese kannst du dann beispielsweise bei der Tafel und bei der Caritas abgeben. An Weihnachten gibt es tolle Aktionen, die hilfsbedürftige Kinder und Familien unterstützen. Halte deine Augen offen.

Viele Menschen müssen an Hunger leiden. Wir haben oft so viele Lebensmittel im Kühlschrank, so dass wir einige davon nicht rechtzeitig essen und wegwerfen.

  • Kaufe nur so viele Lebensmittel ein, wie du auch essen kannst.
  • Aus Bananen mit Druckstellen kannst du eine super Bananenmilch zaubern.
  • Achte auf die richtige Lagerung deiner Lebensmittel.

  • Mache einen Erste-Hilfe-Kurs.
  • Achte darauf, 5 Portionen Obst und Gemüse täglich zu essen.
  • Treibe regelmäßig Sport. Egal ob du Fahrrad fährst oder Inline skatest – hauptsache es macht dir Spaß.
  • Wenn du schon alt genug bist und dich fit fühlst, gehe zum Blutspenden.

Wissen ist Macht. Eine gute Bildung eröffnet dir viele Chancen in der Zukunft.

  • Unterstütze Klassenkameraden, die beim Lernen Probleme haben.
  • Traue dich nach Hilfe zu fragen, falls du dir bei den Hausaufgaben schwer tust.
  • Teile dein Wissen und erzähle deinen Freunden von den 17 SDGs.

  • Engagiere dich für die Rechte von Mädchen und Frauen.
  • Setze dich ein, wenn Jemand ungerecht behandelt wird.
  • Hinterfrage Vorurteile und Rollenbilder.

  • Es gibt Organisationen, die sich für das Recht auf sauberes Trinkwasser einsetzen. Unterstütze diese.
  • Gieße deine Blumen mit Regenwasser.
  • Vermeide die Verschmutzung deines Leitungswassers.

  • Wechsle zu Ökostrom.
  • Verwende umweltfreundliche Suchmaschinen für deine Internetsuche.
  • Schließe beim Kochen den Topf mit dem Deckel.
  • Konsumiere Medien bewusst und surfe beim TV schauen nicht gleichzeitig im Internet.

  • Kaufe regional ein.
  • Achte auf Fairtrade-Siegel und lerne diese kritisch nach ihrem Umfang zu bewerten.
  • Vermeide den Kauf von Produkten, die eine lange Lieferkette und Transportwege aufweisen.

  • Was würdest du an deiner Stadt gerne verändern? Bringe diese Ideen in einer Initiative ein.
  • Informiere dich über Hersteller, die die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte schon beim Design berücksichtigen.
  • Unterstütze Bauernhofläden in deiner Region.

  • Unterstütze Menschen aus anderen Ländern, die neu in der Stadt sind, beim Deutschlernen.
  • Achte auf die Produktionsbedingungen hinter deinem gewünschten Produkt. Auch so kannst du Ungleichheiten zwischen verschiedenen Ländern reduzieren.
  • Akzeptiere keine Ungleichheiten in deinem Umfeld.

  • Fahre doch in deiner Stadt oder in deinem Dorf mit dem Fahrrad. Mit einem Lastenfahrrad kannst du sogar größere Erledigungen abwickeln.
  • Beteilige dich bei Bürgerinitiativen, die sich für eine umweltfreundliche und inklusive Stadtgestaltung einsetzen.

  • Mache dir Gedanken zur Herkunft und Herstellung deiner Produkte.
  • Benötigst du wirklich schon wieder neue Sneaker?
  • Besuche Kleidertauschparties.
  • Mache dich mit den Fairtrade-Standards bekannt.

  • Esse öfter vegetarisch.
  • Kaufe regional und unverpackt ein.
  • Pflanze Bäume und wilde Blumenwiesen.

  • Informiere dich über Mikroplastik und vermeide Produkte, die Mikroplastik enthalten.
  • Bedenke, dass auch Textilien beim Waschen Mikroplastik in das Abwasser abgeben können.
  • Esse nur Fische, die aus nachhaltiger Fischerei stammen und nicht von Überfischung betroffen sind.

  • Kaufe Produkte aus ökologischer Landwirtschaft. Diese achtet auf das Wohl der Umwelt und der Tiere.
  • Schaffe in deinem Garten Lebensraum für Tiere. Richte eine kleine Nische für Vögel ein oder lasse eine wilde Blumenwiese für Wildbienen wachsen.

  • Setze dich für die Erreichung der 17 SDGs ein und erzähle von ihnen.
  • Interessiere dich für politische Entscheidungen und gehe wählen.
  • Engagiere dich in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

Setze dich für eine bessere Welt ein und überzeuge deine Freunde*innen mitzumachen. Gemeinsam könnt ihr mehr erreichen.

Weiterführende Informationen

Audi Stiftung für Umwelt: Gewässer von Müll befreien

Litter Trap im Hafen von Brüssel

Gemeinsam mit Audi Brussels und dem Hafen von Brüssel haben die Audi Stiftung für Umwelt und ihr Projektpartner, Clear Rivers im März 2019 eine Litter Trap im Charleroi Kanal in Brüssel installiert.
Die Plastik-Falle ist ein speziell entwickeltes Auffangbecken, das so konstruiert wurde, dass im Wasser treibender Müll in ein Netz gespült wird, wo Rückhalte-Vorrichtungen ein erneutes Ausschwemmen verhindern.
Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass kein Plastik über den Kanal ins offene Meer gelangt. Nach der dauerhaften Installierung im Hafen von Brüssel wird das Auffangbecken zweimal wöchentlich entleert. Durchschnittlich beträgt die gesammelte Müll-Menge einen Kubikmeter pro Monat.

Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist ein weltweites Problem. Gemeinsam mit der Clear Rivers will die Audi Stiftung für Umwelt zur Lösung beitragen. Auffangbecken in Flüssen und Häfen sollen verhindern, dass Plastikmüll überhaupt ins Meer gelangt. Mehr als 98 Prozent des Abfalls schwimmt im ersten Meter unterhalb der Wasseroberfläche, der größte Teil davon sogar im ersten halben Meter. Das macht es möglich, den Müll mittels Netzen zu sammeln. Rückfangbecken verhindern, dass dieser bei Wellengang wieder aus dem Auffangbecken geschwemmt wird. Den so gewonnenen Abfall führen die Projektpartner anschließend einem innovativen, neuen Zweck zu. Mittels verschiedener Techniken, darunter Pressen, Schweißen und 3D-Druck, stellen sie hexagonale Plastikinseln her. Diese sollen den Lebensraum der Anwohner sowie der Fische und anderer Wasserbewohner im Fluss nachhaltig verbessern.

Aufstellung der Litter Trap

Weiterführende Informationen