18. April 2018 Wie gut kennen Senioren den Stand der Entwicklung beim automatisierten Fahren? Welche Bedürfnisse und Anforderungen haben sie an Fahrzeuge, die sie automatisch von A nach B bringen sollen? Um die Zielgruppe der Senioren in Bezug auf die neuen technischen Entwicklungen besser zu verstehen und ihnen aktuelles Wissen in diesem Bereich zu vermitteln, hat die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) erstmals einen Senioren-Aktionstag zum Thema „Automatisiertes Fahren“ mit rund 70 Teilnehmern veranstaltet.

Die Senioren konnten an diesem Tag im Fahrsimulator-Labor in die Rolle des Passagiers eines hochautomatisierten Fahrzeugs schlüpfen und dabei selbst ausprobieren, wie sehr sie dieser Zukunftstechnik vertrauen. Sie setzten sich in Fragebogen-Studien mit aktuellen ethischen Fragestellungen zu dieser Thematik auseinander, testeten moderne Windschutzscheiben-Displays und Virtual Reality-Brillen auf ihre Bedürfnisse hin und diskutierten mit Studierenden zum Thema automatisiertes Fahren. Dabei standen die unterschiedlichen Perspektiven beider Generationen im Fokus. Bei einer Führung durch das Forschungs- und Testzentrum CARISSMA konnten sich die Senioren einen direkten Einblick in den aktuellen Stand der Forschung verschaffen.

Der Senioren-Aktionstag, der von Prof. Dr. Andreas Riener und seinem Wissenschaftlerteam unter Federführung von Anna-Katharina Frison und Philipp Wintersberger organisiert wurde, ist eine der Aktivitäten der THI im Netzwerkprojekt „Mensch in Bewegung“. Für das Projekt, das den Technologie- und Wissenstransfer von der Hochschule hinein in die Region 10 stärkt, werden die beiden Projektpartner THI und KU Eichstätt-Ingolstadt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Freistaat Bayern über die kommenden fünf Jahre mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert.

Dem Senioren-Aktionstag zugrunde lag eine wissenschaftliche Studie der THI, die die Erwartungen von Senioren und jungen Erwachsenen an das hochautomatisierte Fahren thematisierte. Die Studie zeigte, dass gerade heutige Senioren die neue Technik mit Faszination sehen und sich von ihr eine deutliche Entlastung und Unterstützung in ihrer Mobilität versprechen. Diese Ergebnisse haben die Wissenschaftler zum Anlass genommen, Senioren den aktuellen Stand der Entwicklungen in einem größeren Rahmen nahezubringen und die Bedürfnisse und Erwartungen älterer Menschen in diesem Bezug im dialogischen Austausch zu thematisieren.