Am vergangenen Dienstag fand im Rahmen der Dialogreihe „wissen.schafft.wir.“ eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zwischen Abschreckung und Moral – Rüstung im demokratischen Rechtsstaat“ statt. Rund 30 Teilnehmende mit vielfältigen beruflichen und gesellschaftlichen Hintergründen – sowohl aus dem universitären Umfeld als auch darüber hinaus – nutzten die Gelegenheit, sich differenziert mit aktuellen Fragen der Rüstungspolitik auseinanderzusetzen.
Die Veranstaltung beleuchtete das Spannungsfeld zwischen sicherheitspolitischen Notwendigkeiten, ethischer Verantwortung und demokratischer Legitimation. Ziel war es, verschiedene Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft zusammenzuführen und eine fundierte Diskussion jenseits vereinfachender Positionen zu ermöglichen.
Auf dem Podium diskutierten Jochen Gumprich, Grischa Sutterer, Martin Schneider, Franz Glatz sowie Andre Habisch. Die Moderation übernahm Johannes Kellner.
Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der veränderten Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Defense-Start-ups, die sich deutlich von traditionellen Beschaffungslogiken unterscheidet. Insbesondere zwischen Oberst Gumprich und Dr. Glatz entwickelte sich hierzu ein intensiver Austausch.
Zudem wurde das Konzept einer „wehrhaften Gesellschaft“ erörtert, das – wie von Prof. Habisch und Prof. Schneider ausgeführt – weit über die Rolle der Streitkräfte hinausgeht und die gesamte Zivilgesellschaft einbezieht. In diesem Zusammenhang entstand eine lebhafte Debatte über die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Dabei wurden auch generationenspezifische Perspektiven deutlich, einschließlich Forderungen nach verpflichtendem gesellschaftlichem Engagement für jene Jahrgänge, die nicht mehr vom Wehrdienst betroffen waren.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Führungskultur innerhalb der Bundeswehr, die von den Teilnehmenden als bemerkenswert hervorgehoben wurde. Historische Einordnungen durch Dr. Sutterer lieferten zusätzliche Perspektiven auf die aktuelle Debatte um Aufrüstung und die Notwendigkeit einer stärkeren gesellschaftlichen Resilienz.
Die Veranstaltung zeigte insgesamt, dass das Thema Rüstung und Sicherheitspolitik auf großes Interesse stößt und der Wunsch nach einer ganzheitlichen, reflektierten Meinungsbildung in der Bevölkerung – insbesondere auch in Ingolstadt – deutlich vorhanden ist.








