Wie entstehen populistische Dynamiken und wie kann Demokratie angesichts gesellschaftlicher Polarisierung gestärkt werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Dialogveranstaltung „Wenn einfache Antworten überzeugen – Populismus verstehen, Demokratie stärken“ am 5. Mai 2026 am Zukunftscampus Ingolstadt. Die Veranstaltung ist Teil der Dialogreihe des Projekts wissen.schaft.wir der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Mit zwei Impulsvorträgen eröffneten Prof. Dr. Rico Behrens, Inhaber der Professur für Politische Bildung an der KU, und Stephan Fouquet, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen, die Veranstaltung. Durch den Abend führten Marie Markhoff, Studentin der Bildungswissenschaft und Mona Pier, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Mensch in Bewegung.
Stephan Fouquet erläuterte zunächst die Funktionsweise populistischer Politik. Im Mittelpunkt stand dabei die Gegenüberstellung von „Volk“ und „Elite“, die populistische Akteurinnen und Akteure häufig nutzen, um gesellschaftliche Konflikte zuzuspitzen und politische Unterstützung zu gewinnen. Zudem zeigte er auf, welche Auswirkungen populistische Narrative auf demokratische Prozesse haben können und warum sie in Teilen der Gesellschaft auf Resonanz stoßen.
Anschließend richtete Prof. Dr. Rico Behrens den Blick auf die politische Bildung. Er verdeutlichte, wie diese dazu beitragen kann, demokratische Prozesse verständlich und erfahrbar zu machen. Gleichzeitig könne sie Menschen dabei unterstützen, gesellschaftliche Konflikte reflektiert einzuordnen und antidemokratischen Tendenzen konstruktiv zu begegnen.
Rund 20 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung vor Ort oder online. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele der Anwesenden die Gesellschaft derzeit als stark gespalten wahrnehmen. Mehrfach wurde die Sorge geäußert, dass unterschiedliche Meinungen in Gesprächen zunehmend zu Konflikten führen und ein respektvoller Austausch erschwert werde. Wiederholt kam die Frage auf, wie mit solchen Situationen umgegangen werden könne und welche Reaktionen sinnvoll seien.
Dabei kristallisierte sich Seitens der Vortragenden ein zentrales Fazit heraus: Als Gesellschaft müsse wieder stärker der Dialog miteinander gesucht werden. Dies setze die Bereitschaft voraus, unterschiedliche Perspektiven und Meinungen als selbstverständlichen Teil demokratischen Zusammenlebens zu akzeptieren, ohne stets das Gegenüber von der eigenen Position überzeugen zu wollen. Dies erfordere eine konstruktive Streitkultur, die von gegenseitigem Respekt, Offenheit und dem Willen geprägt ist, miteinander im Gespräch zu bleiben.
Stephan Fouquet plädierte zudem dafür, dieses Prinzip auch stärker in der Politik zu leben. Politikerinnen und Politiker verschiedener Richtungen sollten nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Unterschiedliche Auffassungen müssten dabei nicht überwunden, wohl aber respektiert werden.








